Heike hat uns dieses Gedicht geschrieben! Vielen lieben Dank!

 

Fluch der Karibik - Impressionen eines Showtanzes

von Heike Rutkowski

 

Er trägt auf der Schulter ein Fass mit Rum,

er schwankt, er taumelt, fällt dabei fast um,

voll ist es nicht mehr

(nun, er um so mehr).

 

 

Es halten die Beine dem Rausch             nicht mehr Stand,

so setzt er das Fass ab,vor sich in den Sand.

Es gluckert noch dumpf - bis es dann verstummt.

 

Auf die Quelle der Trunkenheit setzt sich der Kerl.

Sein Blick, so bezecht, streift stumpf die "Black Pearl",

matt hält er inne, mit ihm die Sinne.

 

 

 

Denn er hört nicht das leise Huschen von Füßen,

es versteckt sich bei ihm vor des Büttels Grüßen

eine Frau, klein und zart und doch wirkt sie smart.

Die gestohlene Fahne noch rechts in der Hand

weckt ihr Keuchen ihn auf und er, grad noch entspannt

springt auf, nun hellwach, sie macht es ihm nach.

Misstrauisch beginnen sie sich zu umkreisen, er versucht ihr das Diebesgut zu entreißen.

Ein Kampf ist entfacht, sie narrt ihn und lacht!

 
 

Ihre Seelen berühr'n sich, vertraut und verwandt,

als zwei Spitzbuben haben sie schnell sich erkannt,   

trauen sich nicht - doch verführerisch
blitzen glutvolle Blicke wie Feuerfunken.

Im Flammenmeer ist schon so mancher ertrunken.

Sie zögern noch lang, und streifen sich dann

beim Abschiednehmen fast ganz zufällig Hände

spricht der Ausdruck in ihren Gesichtern wie Bände

sie gehen allein - es sollte nicht sein...

Ein anderer Abend, er bezecht sich wieder 

durchstreift die Kneipen, gröhlt schmutzige Lieder.

Erfolgreicher Tag, aufregende Nacht: Während er sich Ruhm seiner Taten noch sonnt schleicht sie hinter seinem breiten Rücken gekonnt

zu seinem Lager - nichts für Versager
Auf die Schatztruhe hat sie's schon lang abgesehn doch die Schwere der Truhe verhindert das Geh'n

er hat sie erwischt - sein Schwert böse zischt

 

 

Der Kampf mit den Säbeln gibt ihr keine Frist.


Sie ist klar unterlegen, greift zu einer List:
Sie haut mit dem Krug ihn um, das war klug.


Denn taumelnd, benommen, wankt er hin und her.

Sie setzt ihm noch nach, dieser Fehler wiegt schwer.


Denn beim nächsten Schritt hält er wieder mit. So kriegt er sie doch noch letztendlich zu fassen.


Er schlägt sie k.o., mit ihm ist nicht zu spaßen.


Er zerrt sie hinein denn Strafe muss sein.

 

 

Doch kaum liegt sie bewusstlos in seinen Armen, da packt ihn die Zärtlichkeit,

er zeigt Erbarmen, streichelt ihr lange über die Wange.

Mit flatterndem Blick wird sie nun wieder munter, 

alsbald geht die Fehde im Sinnenrausch unter.

 
 

Endlich gefunden, ganz unumwunden

zelebrieren sie nun ihrer Liebe ein Fest.
Die Schlusspose zeigt sie dort in ihrem Nest:

  


Sie geben sich ganz, bis aus ist der Tanz!